Wasserschaden im Laminat – was ist zu tun?

Laminat ist einer der beliebtesten Bodenbeläge weltweit - sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich. Es überzeugt mit einer großen Vielfalt an Ausführungen, ist dank seiner Klick-Verbindung leicht zu verlegen und sehr strapazierfähig. Im Alltag kann es jedoch schnell passieren, dass ein Glas mit Wasser zu Boden fällt oder der Wischlappen bei der Reinigung zu feucht ist. Aufgrund des Aufbaus und der verarbeiteten Werkstoffe ist Laminat empfindlich gegen länger einwirkende Feuchtigkeit. Falls Ihnen ein Missgeschick mit Wasser passiert, ist das ärgerlich, aber nicht aussichtslos. Wir zeigen, wie Sie mit einem Wasserschaden im Laminat am besten umgehen.

Was muss ich tun, um Laminat zu retten?

Der Wasser-Unfall hat sich erst vor wenigen Minuten ereignet? Dann sollten Sie schnellstmöglich handeln.

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Zuerst sollten Sie das Wasser mit trockenen Tüchern oder Lappen aufwischen und Fenster sowie Türen öffnen. Das Durchlüften ist an dieser Stelle sehr wichtig. Gerade, wenn es draußen kalt ist, bietet es sich an, Heizlüfter aufzustellen. So wird der Trocknungsprozess beschleunigt.

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Ist das Laminat stark durchnässt, bleibt nur die Möglichkeit der Adsorptionstrocknung. Mithilfe dieser Vorgehensweise werden dem Boden zwar große Mengen an Feuchtigkeit entzogen, aber sie stellt auch eine große Belastung für den Holzboden dar. Machen Sie bitte eine Kosten-Nutzen-Analyse, es kann sein, das es günstiger ist einen neuen Laminatboden zu verlegen.

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Nach einem Laminat-Wasserschaden sollten Sie kontrollieren, ob sich unter dem Fußboden und in der Dämmschicht Feuchtigkeit angesammelt hat. Ist das der Fall, könnte die Nässe in kürzester Zeit zur Schimmelbildung führen. Untersuchen Sie auch den Estrich auf mögliche Hinweise wie Risse oder eine weiche Oberfläche. Hat der Untergrund ebenfalls Schaden genommen, muss er getrocknet beziehungsweise vollständig ausgetauscht werden.

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Falls die Maßnahmen nichts geholfen haben und Sie einen erdigen und muffigen Geruch wahrnehmen, dann ist der Fußboden vermutlich von Schimmel befallen. Lassen Sie das von einem Fachmann überprüfen. Prüfen Sie vorab ob es einen Versicherungsschutz für diesen Fall gibt.

Geschädigte Laminat-Dielen entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das feuchte Nass hat Ihren Laminatboden zu stark beschädigt? Dann müssen Sie die aufgequollenen Dielen austauschen. Haben Sie sich für sogenanntes Klick-Laminat entschieden, ist der Austausch innerhalb kürzester Zeit erledigt. Bei verklebtem Laminat benötigen Sie etwas mehr Zeit und Kraft. Und so geht's:

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Beginnen Sie mit dem Aufnehmen der Elemente dort, wo die letzten Elemente damals verlegt worden sind und nehmen so einfach rückwärts den Boden auf. Sollten die Elemente dicht an der Wand anliegen, müssen Sie diese Wandreihe aufschneiden um Platz für die Klickverbindung zu schaffen. Zum Aufschneiden verwendet man eine Handkreissäge, wobei die Schnitttiefe nicht ganz durch das Laminat geht, um das Sägeblatt zu schützen. Bei 7 mm Laminat, stellen sie die Handkreissäge bitte auf ca. 6 mm Schnitttiefe.

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Unter dem Laminat befindet sich in der Regel eine Dämmfolie. Falls diese feucht geworden ist, sollte sie gut trocknen oder durch eine neue ersetzt werden.

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An dieser Stelle ist es von Vorteil, wenn Sie einige Dielen des Original-Laminats vorrätig haben. So sorgen Sie für ein einheitliches Erscheinungsbild und sparen Kosten sowie Zeit, um nach dem richtigen Produkt zu suchen.

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Die neue Diele sollte vor dem Verlegen etwa 48 Stunden in dem Zimmer lagern. Nach dem Einsetzen des Laminats ist eine vollflächige Erstpflege mit dem Pflegemittel, das Sie zuletzt verwendet haben, notwendig, um den Glanz einheitlich wieder herzustellen. Diese schützt den Laminatboden zudem vor Abnutzung und Kratzern. Wir empfehlen hier z.B. PARAT RP 4.0 als Zusatz zum Wischwasser beizufügen.

Tipps und Tricks bei Wasserschäden im Laminat

Befindet sich die beschädigte Laminatdiele in der Mitte des Raumes, können Sie einen leichten Trick anwenden. Tauschen Sie einfach eine Diele, die sonst versteckt unter dem Schrank liegt, gegen das beschädigte Exemplar aus. Das fällt nicht auf und ist die perfekte Lösung, wenn Sie keine Ersatzdielen aufgehoben haben.

Um den Trocknungsvorgang voranzutreiben, sollte sich die Luftfeuchtigkeit im Raum bei bis zu 60 Prozent einpegeln.