Parkett schleifen: Neuer Glanz für Ihren Fußboden

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Parkett ist ein Bodenbelag, der nicht nur mit einem hochwertigen Äußeren glänzt, sondern auch mit praktischen Eigenschaften überzeugt. Das Material ist besonders robust, langlebig und vielseitig einsetzbar. Ihr Parkettboden wird tagtäglich beansprucht und mit der Zeit büßt selbst die Königsklasse unter den Fußböden etwas Glanz ein. UV-Licht, Staub und Schmutz können das Parkett verfärben. Kratzer, Dellen und Fugen weisen auf eine langjährige Nutzung hin. Parkett hat den großen Vorteil, dass es, je nach Stärke der Deckschicht, mehrmals abgeschliffen werden kann. Danach sieht Ihr Boden wieder wie neu aus! Wie das Abschleifen funktioniert und was Sie sonst noch beim Parkett schleifen beachten sollten, erfahren Sie bei Parkett Hinterseer.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Verpassen Sie Ihrem Parkett einen neuen Schliff

Der Beruf des Parkettlegers ist ein Lehrberuf mit einer dreijährigen Laufzeit. Es gibt zudem großes Interesse im Do-it-Yourself-Bereich: Menschen, die gern selbst Hand anlegen, um den Wert dieser Arbeit schätzen zu lernen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in nur 5 Schritten Ihren Parkettboden abschleifen. Wenn Sie die Anleitung befolgen und gewissenhaft arbeiten, erstrahlt Ihr Boden schon bald in neuem Glanz. Die Zeit und Mühe zahlen sich am Ende auf jeden Fall aus!

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Arbeitsfläche schaffen

Bevor der Abschleif-Vorgang beginnen kann, prüfen Sie an einer Stelle im Randbereich, die später durch Möbel verdeckt wird, ob das vorliegende Parkett renoviert werden kann. Schleifen Sie dafür von Hand mit einem groben Schleifpapier in Längsrichtung der Holzmaserung und versuchen Sie, die Oberflächenbehandlung zu entfernen. Erst, wenn das Ergebnis erfolgversprechend aussieht, beginnen Sie mit der eigentlichen Arbeit. Sie benötigen Platz zum Arbeiten. Räumen Sie dafür alle Gegenstände aus dem Zimmer. Falls Sie einige Möbelstücke nicht transportieren können, kleben Sie diese mit einer Plane oder Malerfolie ab. Entfernen Sie auch, wenn möglich, Sockelleisten, Vorhänge und Gardinen. Sobald der Raum leer ist, reinigen Sie den Boden nochmals gründlich.

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Der Grobschliff

Beachten Sie die Sicherheitsbestimmungen der Maschinen, die bei der fachlichen Einweisung genannt werden. Sorgen Sie für ein ordnungsgemäßes Absaugen der Holzstäube. Ein rechtzeitiges Entleeren des Staubsackes ermöglicht eine nahezu staubfreie Arbeit. Der erste Schleifgang sorgt vor allem dafür, alle Lack-, Öl- und Wachsreste zu beseitigen. Die Schleifmaschine schleift außerdem hartnäckige Verschmutzungen ab. Bei dem ersten Durchgang wird diagonal zur Holzmaserung gearbeitet. Hierbei kommt ein sehr grobes Schleifpapier mit der Körnung 24 bis 36 zum Einsatz.

Die Faustregel besagt: Umso geringer der Wert der Körnung ist, desto gröber ist das Schleifpapier. Der Grobschliff ist abgeschlossen, wenn alle erkennbaren Verunreinigungen oberflächig entfernt sind.

Vorsicht!

Es gibt Verunreinigungen und sehr tiefe Kratzer, die Sie nicht nur mit Schleifen entfernen können. Dazu zählen Flecken, die beispielsweise durch Urin und das Blumengießen entstehen. Ein erneutes Schleifen würde an dieser Stelle die Nutzschicht unnötig abtragen. In einem solchen Fall fragen Sie mithilfe eines Fotos in einer unserer Verkaufsfilialen um Rat. Die Randbereiche, die Sie nicht mit der Band-Schleifmaschine erreichen, werden mit einem Randschleifer geschliffen. Beginnen Sie im Randbereich mit der Grobschliff-Körnung 24 bis 36. Beachten Sie auch hier die Sicherheitsbestimmungen hinsichtlich der Bedienung der Maschine und der zu erwartenden Stäube. Gleich im Anschluss kann der Feinschliff am Rand erfolgen.

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Der Mittelschliff

Der zweite Durchgang erfolgt mit einem Schleifpapier mit 60er Körnung. Damit die Schleifspuren des ersten Durchgangs und diverse Ungleichmäßigkeiten beseitigt werden, müssen Sie nun wieder auf die Verlegerichtung Ihres Parkett achten.

  • Stabparkett: Schleifen Sie in einem Winkel von 7 bis 15 Grad schräg gegen die Maserung.
  • Fischgrätparkett: Schleifen Sie diagonal zum Faserverlauf und quer zum vorangegangenen Schliff.
  • Mosaikparkett: Schleifen Sie diagonal zum Faserverlauf und quer zum vorangegangenen Schliff.
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Der Fein-Bandschliff

Zum Abschluss der Schleifvorgänge mit der Band-Schleifmaschine benutzen Sie Körnungen von 80 bis 120. Der letzte Schleifgang soll für eine glatte und gleichmäßige Oberfläche sorgen. Führen Sie die Schleifmaschine zum Haupt-Lichteinfall des Raumes. Ein besonders gleichmäßiges Schleifbild ergibt sich bei einmaligem Überschleifen der gesamten Parkettfläche. Dazu wird eine sogenannte Einscheiben-Schleifmaschine verwendet. Es werden die unterschiedlichen Schleifbilder der Walzen-Schleifmaschine und der Rand-Schleifmaschine egalisiert. Hierfür empfehlen wir die Multi-Lochpads mit Körnung 120. Mithilfe eines Bauscheinwerfers können Sie Ihr Ergebnis ableuchten und überprüfen, ob noch eine Schleifspur sichtbar geblieben ist. Diese können Sie partiell mit der Einscheiben-Maschine nachbearbeiten. Um den Staub zu entfernen, saugen Sie den Parkettboden sowie den übrigen Raum ab. Benutzen Sie geeignete Staubsauger und Bodenteile ohne scharfe Kanten. Das Bodenteil darf auf dem Parkett keine Spuren hinterlassen.

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Versiegeln

In einem finalen Schritt muss die Oberfläche des Parkettbodens neu behandelt werden. Der Parkettboden kann nun versiegelt oder geölt beziehungsweise gewachst werden. Verwenden Sie dafür entweder ÖlLack oder Wachs von Parkett Hinterseer.

Welche Materialien und Werkzeuge benötige ich?

Material Werkzeug
Plane oder Folie Walzen-, Teller-, Rand-Schleifmaschine
Klebeband Staubsauger
Schleifpapier in verschiedenen Körnungen Hammer und Meißel (Entfernung Sockelleisten)
Öl, Wachs oder Lack
Pflegeprodukte

Tipps und Tricks beim Parkett schleifen

  • Die Nutzschicht von Massivholzparkett ist meist höher als die von Mehrschichtparkett. Aus diesem Grund lässt sich die Variante Massivparkett gegebenenfalls öfter Abschleifen.
  • Nach jedem Schleifgang muss der Boden restlos von Staub befreit werden und trocken sein.

Parkett lackieren:

  • Benutzen Sie auf dem vorbehandelten Parkettboden eine Parkettgrundierung beziehungsweise einen Parkettlack. Der Parkettlack/ die Grundierung wird am besten durch zwei Personen aufgetragen. Überlegen Sie sich vorher, wo Sie beginnen möchten, um den Raum rückwärts durch die Tür wieder verlassen zu können. Den Parkettlack nicht auf den Parkettboden vorlegen, sondern aus einem Eimer mit einer großen Lackrolle gleichmäßig langsam aufrollen. Teilen Sie auf diese Weise den Parkettboden in einzelne Felder ein, die beim Auftragen des Lacks leicht überlappen. Wie groß ein Feld wird, ergibt sich aus der Menge Lack, die Sie bei einem Eintauchen in den Lackeimer auf das Parkett bringen. Das Aufrollen sollte so im Kreuzgang erfolgen, dass Sie zwei- bis dreimal mit der Rolle über das Parkett rollen. Beobachten Sie das feuchte Lackbild im Gegenlicht. Es ist ratsam, bei Tageslicht zu arbeiten – vom Fenster weg zur Tür. Die erste Person streicht mit einer kleinen Malerrolle oder einem Pinsel die Ränder vor. Bitte nicht zu weit vorstreichen, damit der Lack auf der Fläche mit dem Lack am Rand ineinanderfließen kann, bevor dieser antrocknet. Die zweite Person beginnt mit dem Auftragen auf der Fläche in Absprache mit der Person am Rand.
  • Wenn Sie das Parkett mit Öl behandeln, haben Sie die Wahl zwischen dünn-viskosen und dick-viskosen High-Solid-Ölen.
  • Zudem können Sie mit einer Wachsschicht eine zusätzliche Verschleißschicht aufbauen und Glanz erzeugen.

Umgang mit der Schleifmaschine:

Wichtig!

  • Beachten Sie stets die Sicherheitsbestimmungen beim Umgang mit Holzbearbeitungsmaschinen und Holzstäuben.
  • Setzen Sie die Schleifscheibe erst dann auf dem Boden ab, wenn die Maschine ihre volle Leistung erreicht hat. Andernfalls entstehen unschöne Rillen.
  • Bei Betrieb muss die Maschine immer ruhig und gleichmäßig in Bewegung bleiben. Wenn Sie auf einer Stelle stehen bleiben, kommt es zu Unebenheiten.
  • Von einem Richtungswechsel bei laufendem Betrieb, ohne die Walze anzuheben, ist abzuraten.

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